Welcher Rückenschmerz-Typ sind Sie? So ordnen Sie Ihre Beschwerden ein

Ein Leitfaden für jedermann und jedefrau.

Rückenschmerzen gelten seit Jahrzehnten als Volksleiden, deutschlandweit ist jeder Dritte davon betroffen. Dabei lassen sich nicht alle Beschwerden über einen Kamm scheren. Der Schmerzcharakter kann sich in vielfältigen Formen äußern und verschiedene Ursachen haben. So deuten starke Schmerzen nicht gleich auf einen ernsten Hintergrund, vermeintlich harmlose Begleiterscheinungen sollten dagegen nicht einfach ignoriert werden. Damit Sie Ihren Schmerz besser einordnen können, ist es nützlich, einige grundsätzliche Informationen über ihn zu erfahren – ein Leitfaden.

Nicht-spezifische Rückenschmerzen kommen am häufigsten vor

Etwa 90 Prozent aller Betroffenen werden von unspezifischen, also funktionellen, Rückenschmerzen geplagt. Eine spezifische Ursache, etwa eine Erkrankung, lässt sich bei dieser Art von Beschwerden nicht erschließen. In den meisten Fällen geht es um Verspannungen, die zum Beispiel durch einseitige Belastungen oder eine Fehlhaltung hervorgerufen wurden. Das kann etwa der Fall sein, wenn die Büromöbel falsch eingestellt ist oder Sie sich bei einer Last verhoben haben. Auch psychosoziale Faktoren, dauerhafter Bewegungsmangel und anstrengende körperliche Arbeit können Ursachen von Rückenschmerzen sein und sie sogar chronisch werden lassen. Obwohl die nicht-spezifischen Schmerzen sehr ausgeprägt auftreten können, sind sie in der Regel harmlos und klingen nach kurzer Zeit wieder von alleine ab. 

Am häufigsten betroffen ist der Bereich der Lendenwirbelsäule - der Teil unterhalb des Rippenbogens und oberhalb des Gesäßes. Dabei kann der Schmerz in unterschiedliche Richtungen ausstrahlen. Tritt der Kreuzschmerz plötzlich auf, spricht man vom bekannten „Hexenschuss“. Beschwerden im oberen Teil des Rückens rund um die Halswirbelsäule sind ebenfalls nicht selten. Die Ursache für einen schmerzhaften Nacken liegt meistens in einer Verspannung aufgrund von Fehlhaltungen oder Stress. Die daraus folgende Schonhaltung kann dann schnell zu seiner Verstärkung führen. Die Therapie besteht in der Regel aus Symptomlinderung durch Wärme und bei Bedarf auch Schmerzmitteln. Vor allem sind aber sanfte Bewegung, eine Kräftigung der Muskulatur und Stressvermeidung wichtig. Bettruhe dagegen ist nicht förderlich und kann die Schmerzen verschlimmern.

Spezifische Rückenschmerzen nicht ignorieren 

Spezifischen Rückenschmerzen liegt im Gegensatz zu funktionellen Beschwerden eine eindeutige Ursache zugrunde. Sie kommen deutlich seltener vor, können aber umso ernster sein und langwieriger verlaufen. Um rechtzeitig mit einer geeigneten Therapie anzusetzen, ist es wichtig, die Beschwerden mit einem Facharzt abzuklären. 

Die Ursachen können ebenso organisch begründet sein, wie auch ihren Ursprung in entzündlichen Vorgängen des Körpers, einer Fraktur oder in einer Atlasfehlstellung haben. Diese lässt sich mit einer geeigneten manuellen Untersuchung in der Regel schnell feststellen und behandeln. Je nach Krankheitsverdacht kann Ihr Arzt bei Bedarf weitere Diagnosemethoden wie Röntgen, eine Computertomographie, Magnetresonanztherapie oder Laboruntersuchungen zum Einsatz bringen.

Auch bei Rückenschmerzen, die länger als zwölf Wochen andauern, ist es in bestimmten Fällen sinnvoll, zusätzlich die bildgebende Diagnostik anzuwenden. Spezifische Rückenschmerzen kommen aber nicht immer aus der Wirbelsäule. Es geht auch umgekehrt: Schmerzen, die ihren Ursprung in einem völlig anderen Bereich des Körpers haben, können dann in den Rücken ausstrahlen. Das können beispielsweise der Unterleib (Eierstockentzündung), die Nieren, die Bauchspeicheldrüse oder das Herz sein. Teilen Sie Ihrem Arzt unbedingt mit, wenn Sie bei sich auch andere Beschwerden beobachtet haben. 

Wann Sie reagieren sollten

Wenn akute Kreuzschmerzen nach einigen Tagen nicht von selbst wieder abklingen oder sich weiter ausbreiten, sollten Sie sich umgehend an einen Arzt wenden. Auch starke Nackenschmerzen, die in den Arm ausstrahlen oder andere Begleiterscheinungen mit sich bringen, sollten Sie abklären lassen. Die folgenden Symptome sind als Alarmzeichen zu sehen:

  • Fieber und Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Hautveränderungen, Rötungen oder Schwellungen im Rückenbereich
  • Schmerzen im Brustbereich
  • Kreislaufschwäche
  • Muskelschwäche oder Missempfindungen im Bein
  • Morgensteifigkeit in Gelenken
  • Allgemeine Abgeschlagenheit

Was Ihr Arzt wissen muss

Wenn Sie sich mit Rückenbeschwerden an Ihren Arzt wenden, wird es zunächst wichtig sein, einen funktionell begründeten Schmerz von einer anderen Erkrankung zu unterscheiden. Nur dann ist es möglich, aus der großen Bandbreite an Behandlungsoptionen die richtige zu wählen. In den meisten Fällen gibt es bei Rückenschmerzen kein technisches Verfahren und keine Laboruntersuchung, die schnell und zuverlässig eine Antwort auf die Schmerzensursache liefert. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihr Beschwerdebild genau schildern. Relevante Informationen für die Einordnung der Rückenschmerzen sind:

  • Halten die Beschwerden bereits seit mehr als zwei Wochen an?
  • In welcher Situation sind sie das erste Mal aufgetreten?
  • Ist der Schmerz eher spitz bohrend oder dumpf? Wie ist seine Intensität?
  • Zu welcher Tageszeit kommen die Schmerzen und wohin strahlen sie aus?
  • Haben Sie eine der oben genannten Begleitsymptome beobachtet?
  • Haben Sie eine chronische Krankheit wie z.B. Asthma oder Diabetes?
  • Schlafen Sie gut?
  • Leiden Sie an Depressionen?

Auch für Sie vermeintlich unwichtige Informationen können Ihrem Arzt hilfreiche Anhaltspunkte zum Krankheitsbild geben. Scheuen Sie sich also nicht davor, scheinbar Nebensächliches preiszugeben. Achten Sie auch auf Ihre Psyche. Bei manchen Patienten haben seelische Leiden eine wesentliche Auswirkung auf die Beschwerden im Rücken und auf ihre Prognose. Sprechen Sie Probleme im privaten Umfeld oder auf der Arbeit sowie besondere psychosoziale Belastungen unbedingt an.

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