Verspannungen: Wann Sie mit Rückenbeschwerden zum Arzt gehen sollten

Zu wenig Bewegung, ständiges Sitzen oder gewöhnliche Alterserscheinungen – dies sind nur einige wenige Faktoren, die lästige Rückenschmerzen und unangenehme Verspannungen auslösen. Diese gehören mittlerweile zum Leben eines modernen Menschen dazu. Gerade weil mehr als 80 Prozent aller Erwachsenen (Quelle: DAK Gesundheitsreport, 2018) schon einmal an Rückenproblemen gelitten hat, werden Schmerzen jedoch oft heruntergespielt und Ursachen nicht erforscht – und dass obwohl Rückenprobleme die Lebensqualität gehörig einschränken können.

Tatsächlich hören die Schmerzen im Kreuz meist nach einigen Tagen von selbst wieder auf und nur selten ist eine ernsthafte Erkrankung schuld am Ziehen und Zwicken. Doch trotzdem kann eine ärztliche Untersuchung sinnvoll sein. Doch wann müssen Sie eigentlich ab zum Arzt und wie kann dieser Ihnen überhaupt helfen?

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Unser Rücken hat im Alltag viel zu ertragen und muss unser Leben lang eine starke Stütze sein. Doch immer mehr Menschen leiden an Rückenschmerzen und nehmen diese einfach hin. Der Hintergedanke dabei: die Schmerzen hören schon voll allein wieder auf. Und tatsächlich ist das so, denn nicht hinter jedem Schmerz steckt eine körperliche Erkrankung oder eine Verletzung der Wirbelsäule. 

Doch wie erkennen Sie, ob tatsächlich alles in Ordnung ist? Hier kann nur ein Arztbesuch Aufschluss geben und diesen sollten Sie nicht länger hinauszögern, wenn Ihre Beschwerden sehr plötzlich auftreten, über mehrere Wochen anhalten oder ständig wiederkehren und sich dabei stets verschlimmern.

Außerdem sollten folgende Warnsignale dringend von einer Fachfrau oder einem Fachmann unter die Lupe genommen werden:

  • Rückenschmerzen nach einem Sturz oder Unfall
  • Schmerzen in anderen Körperteilen, wie Nacken, Kopf oder Beinen 
  • Taubheitsgefühle und/oder Kribbeln in den Beinen oder dem Intimbereich
  • Gefühlsstörungen in den Beinen
  • Einschränkungen der Beweglichkeit
  • Schmerzen beim Niesen, Husten und Pressen
  • Störungen beim Wasserlassen oder der Darmfunktion
  • Fieber, Schüttelfrost oder Nachtschweiß
  • Schwindel, Tinnitus oder Atembeschwerden

Nur durch einen Arztbesuch können ernsthafte Erkrankungen, wie Bandscheibenvorfall, Osteoporose (Knochenschwund) oder Nervenschäden in der Wirbelsäule diagnostiziert werden. Ob akut oder chronisch - suchen Sie rechtzeitig eine Ärztin oder einen Arzt auf, denn gerade im Frühstadium stehen die Heilungschancen bei Rückenproblemen sehr gut.

Welcher Arzt hilft bei Rückenschmerzen?

Natürlich hängt es immer von den Ursachen Ihrer Rückenschmerzen ab, welche Spezialist*innen Ihnen weiterhelfen können. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von mangelnder Bewegung, über Fehlstellungen des Körpers bis hin zu Verletzungen oder anderen Erkrankungen, wie Rheuma, Herzprobleme oder Osteoporose. Manchmal ist auch „nur“ ein drückender Schuh an den Schmerzen im Kreuz schuld.

So ist es sinnvoll, zuerst die Hausärztin oder den Hausarzt aufzusuchen, um Ihnen bei Ihrem Behandlungsverlauf an der Seite zu stehen und Sie entsprechend zu überweisen. Je nach Art Ihres Rückenschmerzes könnten dies Ihre nächsten Anlaufstellen sein:

  • Orthopädie
  • Neurologie
  • Neurochirurgie
  • Rheumatologie
  • Psychotherapie

Untersuchung und Diagnose 

Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen für Rückenschmerzen ist es unheimlich wichtig, dass Sie Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt in einer Anamnese ausführlich berichten, wann die Schmerzen auftreten, wie sie sich anfühlen und welche Situationen sie verstärken.

Erst danach steht eine körperliche Untersuchung durch eine Spezialistin oder einen Spezialisten an. Diese*r nimmt Ihre Körperhaltung in Augenschein und checkt, ob Muskeln in Ihrem Rücken stark verhärtet sind. Außerdem wird ihre Beweglichkeit geprüft und die Reflexe getestet. Um auszuschließen, dass Ihre Rückenschmerzen nervliche Ursachen haben, sind manchmal auch neurologische Tests notwendig.

Sicher rechnen Sie damit, dass auch bildgebende Verfahren, wie Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT) oder Röntgen zum Einsatz kommen. Doch solche Untersuchungen stehen nur an, wenn die Ärztin oder der Arzt einen konkreten Verdacht hat. Auch Urin- und Bluttests sind normalerweise nicht nötig.

Um eine möglichst schnelle Diagnose zu erhalten, die auch ohne Strahlenbelastung auskommt, sollten Sie unbedingt so viele Informationen wie möglich für Ihre Ärzt*innen sammeln. Vergessen Sie dabei jedoch auch Ihr seelisches Befinden nicht, denn psychische Belastungen können ebenso in den Rücken ausstrahlen.

Meist sind es jedoch nur verspannte oder verkrampfte Muskeln, die hinter den Schmerzen im Kreuz stecken. Nur sehr selten sind Krankheitsbilder, wie Hexenschuss, Ischiasreizung, Bandscheibenvorfall oder Spinalkanalstenose ein Auslöser für die Rückenschmerzen. 

Behandlung

Haben Sie Ihre Diagnose erhalten, steht nun eine Behandlung an, die meist darauf abzielt, dass Sie keine Schonhaltung einnehmen. Eine solche eingeschränkte Haltung führt in der Regel nämlich zu neuen Verspannungen und Verhärtungen der Muskulatur.

So klingt der Rat der Ärzt*innen meist simpler als er eigentlich ist: mehr Bewegung, Gewichtsreduktion und Stärkung der Rückenmuskulatur.

Um den Teufelskreis aus Schmerz und Schonhaltung zu durchbrechen, werden Ihnen häufig Schmerzmittel verschrieben. Tatsächlich können Sie über einen kurzen Zeitraum Medikamente einnehmen oder sich schmerzstillende Spritzen verabreichen lassen. Doch bedenken Sie, dass medikamentöse Behandlungen nicht die Ursache Ihrer Schmerzen bekämpfen.

Lassen Sie sich dagegen lieber von nicht-medikamentösen Verfahren begeistern. So können Sie bei unspezifischen Schmerzen ohne genaue Ursache mit Kleinigkeiten entgegenwirken – zum Beispiel, indem Sie sich im Alltag mehr bewegen, längeres Sitzen vermeiden und häufiger Sport treiben. 

Falls es Sie nur hin und wieder im Rücken zwickt und Sie nicht unter chronischen Rückenbeschwerden leiden, können Sie am besten mit Wärme gegen die Schmerzen angehen. Ob Sauna, Wärmflasche, eine heiße Badewanne oder Rotlichbestrahlung - Hitze entspannt nicht nur die Muskeln, sondern auch das Gemüt. Alternativ können Sie sich auch in eine Stufenlage begeben. Dabei legen Sie rücklings auf den Boden und lagern die Unterschenkel auf das Sofa. Noch besser ist natürlich eine wohltuende Massage eines lieben Menschen.

Bei starken oder wiederkehrenden Schmerzen sollten Sie jedoch unbedingt Fachleute zu Rate ziehen, welchen Ihnen mit folgenden Maßnahmen helfen können:

  • Bewegungstherapie
  • Akupunktur
  • Krankengymnastik
  • Atemtechniken
  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung
  • Ergotherapie
  • Chirotherapie
  • Massagen
  • Rückenschule
  • Thermotherapie
  • Kälteanwendungen
  • Physiotherapie
  • Kinesio-Taping

Auch wir möchten Ihnen bei Rückenbeschwerden gern helfen und Sie nicht mit einer voreiligen Diagnose oder starken Medikamenten vertrösten. Nach einer gründlichen Anamnese entscheiden wir, ob ein bildgebendes Verfahren für Ihre Diagnose notwendig ist. Erst dann starten wir mit alternativen Heilverfahren oder einer stärkenden Bewegungstherapie, sodass wir individuell auf Ihre Rückenschmerzen und Verspannungen reagieren können.

Keine Sorge – Operationen sind nur in den seltensten Fällen notwendig. Uns liegt es daher sehr am Herzen, dass eine OP bei Rückenbeschwerden die letzte Option ist. So ziehen wir erst alle anderen genannten Möglichkeiten in Betracht, Ihnen Ihre lästigen Schmerzen endlich zu nehmen und Ihnen damit Ihre Lebensqualität zurückzugeben.

Vereinbaren Sie am besten direkt einen Termin und nehmen Sie Ihre Verspannungen nicht auf die leichte Schulter!
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