Vereiste Schulter? Woher die „Frozen Shoulder“ kommt und was es mit ihr auf sich hat

Bei der sogenannten „Frozen Shoulder“ handelt es sich um ein plötzlich auftretendes Steifheitsgefühl in der Schulter, welches sehr schmerzvoll sein kann. Die Beweglichkeit des Schultergelenks wird dabei stark eingeschränkt. So verbreitet die Frozen Shoulder auch ist, gibt es in der Medizin bislang keinen Konsens darüber, welches die tatsächlichen Ursachen dafür sind. Fest steht: Die in der Fachsprache genannte Adhäsive Kapsulitis kann ebenso posttraumatisch, etwa nach einer Verletzung, auftreten, wie auch als ein eigenständiges Krankheitsbild ohne Begleiterkrankungen.

Frozen Shoulder: Primäre und Sekundäre Form

Obwohl die genauen Ursachen, die für eine Schultersteife verantwortlich sein können, nicht abschließend geklärt sind, sind ihre Symptome recht einheitlich. Man unterscheidet immer zwischen einer sogenannten primären und einer sekundären Form der Frozen Shoulder. Während die letztere als Folgeerscheinung nach einer Operation oder einer Verletzung akut auftreten und bleiben kann, gliedert sich der Verlauf der ersteren in drei Stadien. In der ersten Phase werden Betroffene unvermittelt von starken Schmerzen im Schulterbereich überrascht, die gerne auch nachts auftreten. Während der zweiten Phase werden die Schmerzen erträglicher, jedoch wird die Bewegung des Schultergelenkes enorm eingeschränkt, die Schulter scheint „einzufrieren“. Die dritte Phase tritt erst nach einigen Monaten auf – dann taut die Schulter allmählich wieder auf, die Beschwerden verschwinden vollständig oder es bleiben kleine Einschränkungen oder Schmerzen erhalten. Bis zum Eintritt dieses Stadiums können zwischen 6 bis 18 Monaten vergehen. In dieser Zeit leiden die meisten Betroffenen an dauerhaften Einschränkungen im Alltag und somit an einem spürbaren Verlust der Lebensqualität.

Risikogruppen und -Faktoren für die Adhäsive Kapsulitis

Was bisher sicher über die Frozen Shoulder bekannt ist, ist dass es sich hierbei um eine äußerst schmerzhafte Schultergelenkkapselentzündung handelt. Während die Ursachen bei der sekundären Form recht eindeutig sind, ist die Forschung zu denen einer primären Frozen Shoulder noch nicht abgeschlossen. Klar ist nur, dass es ein entzündlicher Prozess im Bereich des Schultergelenks ist, der mit einer unzureichenden Nährstoffzufuhr der Zellen im Gewebe rund um die Gelenkkapsel zusammenhängt. Somit ist die Entzündung weder viral noch bakteriell beding, sondern es handelt sich hierbei um einen gestörten Zellstoffwechsel. 

Vor allem Menschen zwischen 40 und 60 Jahren werden von der Adhäsiven Kapsulitis heimgesucht, Frauen dabei deutlich häufiger als Männer. Störungen im Hormonhaushalt wie Erkrankungen der Schilddrüse, ein hoher Cholesterinspiegel sowie Diabetes werfen den Stoffwechsel aus der Bahn und gelten damit naturgemäß als Risikofaktoren für die schmerzhaften Entzündungserscheinungen in der Schulter. Aber auch bei Frauen nach der Menopause ist die Frozen Shoulder verbreitet, geht diese schließlich mit einem umgestellten Hormonhaushalt im Körper einher.

Wie wird eine Frozen Shoulder diagnostiziert?

Häufig kann der Orthopäde bereits nach einer ausführlichen Anamnese und einer Untersuchung Anzeichen dafür finden, dass der oder die Betroffene an einer Adhäsiven Kapsulitis leidet. Da der starke Druckschmerz in bestimmten Arealen kennzeichnend für eine Schultersteife ist, aber auch im Ruhezustand eine schmerzbedingte Fehlhaltung erkennbar wird, ist die zweifelsfreie Diagnose und die Einleitung einer richtigen Therapie in der Regel unproblematisch. Besteht der Verdacht auf andere Grunderkrankungen oder es gibt Unklarheiten, ist der Einsatz von bildgebenden Diagnoseverfahren sinnvoll. Dazu gehören vor allem der Ultraschall sowie Röntgenaufnahmen. In seltenen Fällen kann auch eine Computertomografie angeordnet werden. Eine Untersuchung des Blutbildes gibt zusätzlich Aufschluss über Stoffwechselfehlfunktionen und auffällige Zuckerwerte. 

Adhäsive Kapsulitis: Die richtige Therapie

Wurde die Adhäsive Kapsulitis erst einmal festgestellt, stehen einige Therapieverfahren zur Auswahl. Je nach Stadium, Gesundheitszustand und Ausmaß kann der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem Patienten rasch den richtigen Weg zur Heilung festlegen. Dabei handelt es sich meist um eine Mischung aus der schulmedizinischen und schmerzlindernden Behandlung gegen akute Schmerzen sowie aus physiotherapeutischen Maßnahmen. Ein operativer Eingriff ist normalerweise nicht notwendig. Um den Schmerz zu lindern und die Entzündung zu hemmen, kommen zu Beginn Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Diclofenac zum Einsatz. In manchen Fällen kommen außerdem Kortison-Injektionen über einen bestimmten Zeitraum infrage. Ob dieses Verfahren notwendig ist, kann der Orthopäde relativ schnell einschätzen.

Ist der Schmerz im Zaum, ist die konservative Therapie das Mittel der Wahl, um die Beweglichkeit im Schultergelenk wiederherzustellen. Die Muskulatur muss wieder sanft mobilisiert werden – dafür eignen sich passende Bewegungsübungen und die Krankengymnastik durch einen Spezialisten. Wichtig bei der Behandlung ist, dass neue Bewegungsmuster manifestiert werden, aber auch alle möglichen Ursachen bei der Diagnostik und Behandlung berücksichtigt werden. Als Ihre Orthopäden in Düsseldorf haben wir uns auf die Therapie von Schulterschmerzen spezialisiert und helfen Ihnen gerne weiter.

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