Sehnen-Beschwerden und wie sie richtig behandelt werden

Sehnen sind die Bindeglieder zwischen Muskulatur und den Knochen sowie den Gelenken. Bei jeder Bewegung werden sie beansprucht. Doch kommt es zu einer Überbelastung kann dies eine Reihe an Erkrankungen auslösen.

Leider bleibt es nicht bei Beschwerden, wenn Sie Ihren Sehnen keine Ruhe gönnen. Unbehandelt können Sehnenerkrankungen im schlimmsten Falle zu einem Riss der Sehne führen, was eine starke Einschränkung der Bewegungsfähigkeit hervorruft. 

Doch woran erkennen Sie Beschwerden in den Sehnen und wie lässt sich ein Sehnenriss am besten vermeiden? In diesem Artikel erfahren Sie alles rund um Sehnenbeschwerden und deren Therapie.

Funktion der Sehnen

Sehnen dienen als Befestigungspunkte zwischen den Muskeln und dem Skelett. Jeglicher Kraftübertragung erfolgt also über die jeweilige Sehne und so sind diese gemeinsam mit den Muskeln und Faszien maßgeblich an der Bewegung des menschlichen Körpers beteiligt – speziell bei der Beugung und Streckung einzelner Gliedmaßen. Spannen Sie Ihre Muskulatur an, sorgt die Sehne dafür, dass sich die Gelenke bewegen. 

Sehnen bestehen aus einzelnen Fasern, die parallel verlaufen und das kollagene Bindegewebe darstellen. Jede Sehne wird zusätzlich von einer sogenannten Sehnenhaut (Peritendineum) umhüllt. Kommt es nun zu einer Überbelastung, verändert sich die Struktur der Kollagenfasern, welche nun eine geringere Rissfestigkeit aufweisen und so schneller reißen können.  

Da durch die Sehnen nur sehr wenige Blutgefäße und Nerven laufen, ist eine Regeneration bei Verletzungen meist langwierig und schwierig.

Betroffen sind dabei häufig die größten Sehnen des menschlichen Körpers, auf welche stets große Kräfte einwirken, zum Beispiel:

  • Achillessehne: Verbindung zwischen Wadenmuskulatur und Fersenbein
  • Patellarsehne: Verbindung von Kniescheibe und Unterschenkel
  • Rotatorenmanschette: Umspannung des gesamten Oberarmkopfes
  • Untere Bizepssehne: Verbindung zwischen Oberarmbeuger, Bizeps und Speiche
  • Lange obere Bizepssehne: Verbindung zwischen Schulterpfanne und Bizeps
  • Quadrizepssehne: Verbindung zwischen Oberschenkelmuskel und Kniescheibe

Ursachen für Erkrankungen der Sehnen

Sehnen unterliegen einer großen Krafteinwirkung – vor allem bei Sportler*innen, welche Ihren Bewegungsapparat ganz besonders häufig und stark beanspruchen und bestimmte Bewegungen oft gleichförmig wiederholen. 

So klagen Läufer*innen nicht selten über Schmerzen in der Knie- oder Achillessehne, welche durch ungeeignete Laufschuhe meist noch verstärkt werden. Doch auch falsche Ausführungen anderer Trainingsübungen sind daran beteiligt, dass die Sehnen zu hohen Belastungen standhalten müssen. Besonders im Bereich von Schultern oder Ellenbogen treten bei Sportler*innen häufig Schmerzen auf – zum Beispiel durch Tennis oder Golf.

Doch nicht nur Sportler*innen sind betroffen. 

Orthopädische Fehlstellungen der Füße, der Wirbelsäule oder der Hüfte können nämlich ebenso Reizungen der Sehnen auslösen. Und sogar monotones Klicken der PC-Maus oder das häufige Drücken des Gaspedals beim Autofahren belasten die Sehnen manchmal etwas zu stark.

Auch andere Erkrankungen wie Gicht, Arthrose, Rheuma oder bakterielle Infektionen lösen häufig Entzündungen des Bindegewebes aus, welches sich auf die Funktionsfähigkeit der Sehnen auswirkt.

Dies sind typische Beschwerden der Sehnen:

  • Sehnenreizung: zum Beispiel Reizung der Achillessehne durch Joggen
  • Sehnenscheidenentzündung: zum Beispiel im Handgelenk durch monotone Bewegungen, wie Arbeit am PC
  • Schultersteife: Kalkschulter oder „Frozen Shoulder“ – beispielsweise durch Einklemmen der Sehnen in der Schultergelenkkapsel
  •  Kniescheibenschmerz: „Jumpers Knee“ oder „Springerknie“ – durch Überbelastung der Kniescheibensehne
  • Sehnenriss: zum Beispiel Riss der Bizepssehne durch plötzliche Überbelastung, wie Kraftsport oder Verschleißerscheinungen

Symptome von Sehnenverletzungen

Reizungen und Entzündungen der Sehnen erkennen Sie vorrangig an Schmerzen, die bei Anspannung der umliegenden Muskulatur oder Dehnung der betroffenen Sehne entstehen. So schmerzt die Achillessehne beispielsweise meist, wenn Sie sich auf die Zehenspitzen stellen. Zudem ist die betroffene Region oft geschwollen und tut beim Herumtasten und Drücken besonders weh. Außerdem Ihre Bewegung in diesem Bereich stark eingeschränkt. 

Diagnose bei gereizten Sehnen

Vermuten Sie eine Verletzung Ihrer Sehnen, sollten Sie zunächst einen Arztbesuch einplanen. Können Sie bestätigen, dass Sie durch Hobby, Beruf oder Sport eine Überbelastung Ihrer Sehnen hervorgerufen haben, geht die Diagnose recht schnell.

Ein Ultraschall kann zudem herausfinden, ob die Sehne bereits Kalk- und Fetteinlagerungen zeigt. Im Regelfall werden keine weiteren bildgebenden Verfahren, wie Röntgen oder MRT durchgeführt – es sei denn, die Ärztin oder der Arzt vermutet weitere Krankheiten, welche die Sehnenbeschwerden hervorrufen. 

Behandlung und Sehnentherapie 

Der erste Tipp zur erfolgreichen Behandlung von Sehnenbeschwerden ist stets das Schonen der betroffenen Stelle. Dabei klingen die Beschwerden meist nach wenigen Wochen von selbst wieder ab.

Um dies zu gewährleisten, wird Ihnen manchmal ein Verband oder eine Schiene angelegt. Ist die Schonungsphase vorbei, werden – unter anderem von unserem O-Prax Team - häufig zusätzliche Therapieverfahren eingesetzt, die Ihren Sehnen auf natürlichem und schonendem Wege Erholung versprechen.

Solche Verfahren sind beispielsweise folgende:

  • Ultraschallbehandlung
  • Massagen
  • Elektrotherapie
  • Stoßwellentherapie
  • Physiotherapie
  • Kältetherapie
  • Kinesio-Taping
  • Akupunktur
  • Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
  • Homöopathie
  • Osteopathie

All diese Verfahren zielen darauf ab, Ihre Sehnen schnell wieder zu heilen und die Kollagenfaserstruktur auch auf Dauer wieder rissfest zu machen. 

Lassen Sie jedoch lieber die Finger von langanhaltender Therapie mit Schmerzmitteln, der Gabe von Kortisonspritzen oder gar einem chirurgischen Eingriff. Denn diese Methoden bergen zahlreiche Risiken, die nicht im Verhältnis zu den Erfolgen der oben genannten Therapieverfahren stehen. 

Fazit: Gönnen Sie Ihren Sehnen genügend Ruhe 

Gerade Sportler*innen tun sich schwer damit, Ihre Sehnen nach einer Überstrapazierung ausreichend zu schonen und dem gereizten Gewebe eine Erholung zu gönnen. Fehlende Ruhephasen lassen die Reizung nämlich immer wieder auftreten und führen im schlimmsten Falle sogar zu einem (Ab-)Riss der Sehne, welcher chronische Schmerzen hervorrufen kann. 

Verschieben Sie aber nicht nur Ihre Workouts nach hinten, sondern auch andere Tätigkeiten, bei denen die betroffene Sehne wieder belastet wird – zum Beispiel das Fensterputzen oder das Tragen schwerer Einkaufstaschen.

So ist es sehr wichtig für Sie zu wissen, welche Bewegungen Sie in Zukunft vermeiden sollten. Im Rahmen einer orthopädischen Sprechstunde erfahren Sie, welche Tätigkeiten die Sehne erneut reizen und welche Sportarten oder Tätigkeiten sie trotz Sehnenbeschwerden ausführen können. 

Umso früher Sie eine Therapie starten, desto eher können Sie die betroffene Stelle auch wieder belasten.  

Ob Unfall, Sportverletzung oder Schmerzen - unser Team aus erfahrenen Orthopäd*innen findet heraus, was Ihre Beschwerden verursacht und hilft Ihnen dabei, endlich wieder schmerzfrei zu leben. Kontaktieren Sie uns und vereinbaren Sie einen Termin. Wir freuen uns auf Sie. 

SIE HABEN SCHMERZEN? WIR HELFEN.

Wir bieten kurzfristige Termine innerhalb von 24h an.

Name*

E-Mail*

Telefon*

Anfrage an*

Nachricht*

[_url]