Rückenbeschwerden bei Kindern - wie Sie Fehlhaltungen rechtzeitig erkennen

Rückenbeschwerden verbinden Sie sicher mit Erwachsenen mittleren Alters, die häufig sitzen und sich selten bewegen. Doch auch bei jungen Menschen verbreiten sich lästige Verspannungen immer rasanter. Und diese sollten Eltern definitiv nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn die meisten Haltungsfehler entwickeln sich in der Kindheit und äußern sich im Erwachsenenalter dann als starke Schmerzen.

Wie Sie kindliche Fehlstellungen der Wirbelsäule rechtzeitig erkennen, wo die Ursachen liegen und wie Sie Ihrem Kind den Rücken stärken können, erfahren Sie hier.

Ursachen für Rückenschmerzen bei Kindern

Rückenschmerzen sind längst nicht mehr nur ein Problem der älteren Generation. Auch Kinder klagen immer häufiger über Verspannungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Zu den auslösenden Faktoren gehören dabei folgende:

Bewegungsmangel

Der häufigste Grund für Rückenprobleme bei Kindern ist der fortschreitende Bewegungsmangel. Die Kids sitzen lange in der Schule und auch danach vertreiben sie sich die Zeit meist sitzend mit Hausaufgabenmachen, Spielen am PC oder dem Blick aufs Smartphone.

Dies schwächt die Muskulatur im Rücken und im Bauch, sodass der ganze Rumpf weniger Stützkraft hat und Verspannungen hervorruft. Kommt nun noch der schwere Schulranzen auf den geschwächten Rücken, sind Haltungsschäden fast schon vorprogrammiert. Mangelnde Bewegung führt außerdem zu Übergewicht, welches Knochen und Gelenke noch mehr belastet – ein Teufelskreis. 

Verletzungen

Doch auch Verletzungen beim Herumtollen oder nach Stürzen können Rückenschmerzen bei Kindern auslösen. Handelt es sich dabei um harmlose Prellungen oder Verstauchungen, heilen diese meist nach kurzer Zeit von selbst. 

Wachstumsschmerzen

Außerdem klagen viele Kindern ab dem 10. Lebensjahr über Wachstumsschmerzen, die vom unteren Rücken in die Beine ausstrahlen. Das schnelle Wachstum sorgt für eine unausgeglichene Belastung in den Knochen und Gelenken, was zu unangenehmen Schmerzen führen kann – besonders am Abend und in der Nacht. 

Stress und Kummer

So kann hinter den Rückenschmerzen Ihres Kindes jedoch auch schlichtweg Stress oder Druck stecken. Psychische Belastungen führen zu körperlicher Anspannung, die sich häufig in Verspannungen verwandeln. Sprechen Sie mit Ihrem Sprössling daher am besten über eventuelle Probleme, um Kummer und Sorgen als Auslöser für Schmerzen abzuklären.

Folgen von Rückenschmerzen bei Kindern

Klagt ihr Kind immer wieder über starke Schmerzen im Rücken, sollten bei Ihnen die Alarmglocken läuten. Besonders im Wachstum treten häufig Veränderungen der Wirbelsäule auf, die für schwerwiegende Fehlentwicklungen sorgen können.

Skoliose

Dabei kann es sich beispielsweise um eine Skoliose, also eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule handeln. Eine leichte Skoliose bleibt häufig unentdeckt, doch bemerken Sie bei Ihrem Kind ein schiefes Becken und herunterhängende Schultern, müssen Sie eine*n Expert*in zu Rate ziehen.

Rundrücken

Eine weitere typische Rückenerkrankung bei Kindern ist der Rundrücken – die thorakale Hyperkyphose. Darunter versteht man eine extreme Krümmung der Brustwirbelsäule, die meist durch mangelnde Bewegung und einseitige Belastung ausgelöst wird. Sie erkennen einen Rundrücken an einem nach vorn geneigtem Kopf und vorstehenden Schultern. Dies führt wiederum zu einem starken Druck auf den vorderen Teil der Wirbelsäule, was das Wachstum der Wirbelkörper in diesem Bereich stoppt. Am hinteren Teil wachsen die Wirbelkörper jedoch ungehindert weiter und es kommt zu einer asymmetrischen Form der Wirbelsäule. Ohne eine frühzeitige Behandlung lässt sich eine solche Fehlhaltung kaum noch korrigieren und kann im späteren Verlauf sogar zu Atem- und Verdauungsbeschwerden führen.

Morbus Scheuermann

Wächst die Wirbelsäule in anderen Regionen ungleichmäßig, spricht man von der Erkrankung Morbus Scheuermann, die durch Stoffwechselstörungen und Bewegungsmangel entsteht. Auch diese Fehlbildung erkennen Sie daran, dass der obere Rücken rund geformt ist. Meist tritt zudem ein Hohlkreuz beim Kind auf, da die Lendenwirbelsäule versucht, den Rundrücken auszugleichen. Dies führt zu Schäden an Bandscheiben und Wirbelkörpern. Zwar ist die Erkrankung Morbus Scheuermann meist mit dem Wachstum beendet, doch trotzdem sollten Sie Gegenmaßnahmen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen, welche meist durch gezielte Bewegung ergriffen werden. 

Andere Erkrankungen

Natürlich gibt es noch eine Menge anderer Ursachen für kindliche Rückenbeschwerden, wie eine Rachitis, ein Bandscheibenvorfall oder eine Infektion der Wirbelsäule. Lassen Sie die Beschwerden also unbedingt ärztlich abklären.

So bleibt der Kinderrücken gesund

Rückenschmerzen bei Kindern sind nicht nur unangenehm, sondern stellen auch ein erhebliches Risiko für Folgeerkrankungen im Alter dar.

Aus diesem Grund sollten Sie frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen, um den Kinderrücken zu stärken:

  • Regelmäßige Bewegung im Alltag
    (z.B. mit dem Rad zur Schule, Treppensteigen statt Fahrstuhlfahren, viel Zeit im Freien verbringen)
  • Rückenfreundlicher Sport
    (z.B. Schwimmen, Reiten, Klettern)
  • Vermeidung von Stress
    (z.B. durch Verständnis, Zuneigung, Hilfe in der Schule oder realistische Erwartungen)
  • Dynamisches Sitzen
    (z.B. durch einen Hängesitz oder die Angewohnheit, aller zehn Minuten die Sitzposition zu ändern)
  • Ergonomischer und richtig eingestellter Schulranzen
  • Einschränkung des Medienkonsums
    (um häufiges Sitzen zu vermeiden)
  • Besuch der Rückenschule
    (zur gezielten Stärkung der Muskulatur und Übung einer rückenschonenden Haltung)
  • Ausgewogene und gesunde Ernährung
    (zur Vermeidung von Übergewicht)

Seien Sie in all diesen Faktoren selbst ein Vorbild, denn dies wird Ihnen nicht nur Ihr Kind danken, sondern auch Ihr eigener Rücken.

Wann mit dem Kind zum Arzt?

Mit den oben genannten Tipps können Sie schon früh verhindern, dass sich die Wirbelsäule Ihres Sprösslings verkrümmt. Klagt Ihr Kind jedoch trotzdem über Schmerzen oder erkennen Sie eine verkrümmte Haltung, sollten Sie fachlichen Rat einholen und diese nicht als allgemeine Wachstumsbeschwerden abtun. 

Denn je später eine Diagnose erfolgt, desto schwerwiegender wird sie.

In der Regel verordnet die Ärztin oder der Arzt eine Krankengymnastik, in der Ihnen außerdem erklärt wird, welche Sportübungen Ihrem Kind in Zukunft helfen können. Bewegung ist eben die beste Medizin. In schwierigeren Fällen ist dagegen das Tragen eines Stützkorsett notwendig und nur sehr selten steht eine operative Korrektur an. 

Sind Sie sich nicht ganz sicher, ob Ihr Kind einen Haltungsschaden hat? Durch einfache Tests finden wir schnell heraus, ob eine Fehlstellung der Wirbelsäule vorliegt. Auch die jüngsten Patient*innen sind bei uns also in guten Händen!

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