Eine Frage der Haltung. Wie wir im Alltag Gelenkproblemen vorbeugen.

„Sitz gerade!“ hat sicher jeder als Kind schon mal gehört. Tatsächlich kein schlechter Tipp, denn wer seit seiner frühen Kindheit Haltung zeigt, hat später als Erwachsener ein geringeres Risiko, unter Beschwerden durch Fehlbelastungen und Fehlstellungen zu leiden.

Um ganz ehrlich zu sein: Es ist nahezu unmöglich, sein Leben lang jede Bewegung oder aktuelle Sitzposition zu kontrollieren. Viele Menschen schlagen im Sitzen unbewusst und reflexartig die Beine übereinander, ziehen während einer Konzentrationsphase die Schultern hoch oder gehen auf jeder Art von Stuhl oder Sessel direkt ganz bequem in den Rundrücken. Das ist menschlich, jedoch führen einseitige oder falsche Belastungen auf Dauer zu Verschleiß, Verspannungen, eingeklemmten Nerven und somit Schmerzen. Alles Zustände, die es zu vermeiden gilt. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass man sogar das simple Aufheben eines Gegenstandes vom Boden „falsch machen“ kann, indem man vor dem Bücken nicht in die Knie geht und dadurch den Rücken zu stark belastet.

Kleine Tricks zur Verbesserung der Körperhaltung.

Grundsätzlich gilt, dass eine gute Haltung und viel Sport die perfekten Sparringspartner für einen gesunden Bewegungsapparat sind. Aber schon kleine Veränderungen im Alltag können helfen, gesund und beweglich zu bleiben.
Tatort Arbeitszimmer oder Büro: Am Schreibtisch tut ein regelmäßiger Wechsel zwischen Bürostuhl und Sitzball gut. Auf dem Ball bewegen Sie sich automatisch mehr als auf einem Stuhl, weil Sie unbewusst versuchen, Ihren Körper in Balance zu halten. Auch schlau: Stellen Sie sich auf Ihrem Smartphone einen regelmäßigen Alarm ein, der Sie alle 40 min. daran erinnert, kurz aufzustehen. Wenn Sie keinen Gang in die Teeküche oder in eine andere Etage machen müssen, gehen Sie kurz auf der Stelle, recken sich und setzen sich wieder hin. Dadurch haben Sie Ihre Durchblutung angeregt und etwas gegen die Steifigkeit getan. Unter dem Tisch können Sie eine Fußwippe nutzen, um zwischendurch Ihre Venen zu trainieren, was wiederum förderlich für die gesamte Durchblutung und Beweglichkeit ist.
Haben Ihre Küchenstühle Rücken-, aber keine Armlehnen? Prima: Setzten Sie sich öfters mal falsch herum auf den Stuhl, legen Sie Ihre angewinkelten Arme auf die Rückenlehne und genießen Sie die Streckung Ihres Rückens, der jetzt Muskeln beansprucht anstatt sich einfach nur faul anzulehnen. Ganz wichtiger Hinweis: Meiden Sie Aufzüge wo Sie nur können. Jede Treppe, die Sie nehmen, ist Gratissport für den gesamten Körper.
Sie fahren viel mit dem Auto? Ein Lordosekissen auf dem Fahrerkissen stützt Ihre Wirbelsäule und beugt Ermüdungserscheinungen und einen Rundrücken vor. Das ist einfach in der Handhabung, da das Lordosekissen immer auf dem Autositz bleibt und Sie nicht daran denken müssen, es bei sich zu haben.

Yoga. Die Königsdisziplin für eine gerade Körperhaltung.

Anspannung und Entspannung und vor allem Haltung einnehmen. Yoga ist nicht umsonst sehr populär und wird heute von Menschen jeden Alters und Geschlechts praktiziert. Unter fachlich kompetenter Anleitung können Sie Ihre Lieblingsübungen in Ihren Alltag einbauen. Besonders morgens nach dem Aufstehen, wenn man sich „eingerostet und steif“ fühlt, ist das gezielte Dehnen des Muskelgewebes und der Faszien - also der Muskelhaut – ein perfekter Start in den Tag. Wenn Sie Ihre Übungen gut beherrschen, reichen schon 15 Minuten täglich, um in Schwung zu kommen.

Leichter Rundrücken versus erhebliche Haltungsschäden durch Vorerkrankungen.

Durch zu vieles Sitzen und zu wenig Bewegung verkürzt sich die Muskulatur und es entsteht ein sogenannter Rundrücken. Es gibt aber auch Vorerkrankungen, die zu schmerzhaften Haltungsschäden führen können. Bei Erkrankungen wie „Morbus Scheuermann“, die überwiegend bei Jungen im Pubertätsalter vorkommen oder einer „Skoliose“, einer seitlichen Verkrümmung der Wirbelsäule helfen in der Regel nur gezielte individuelle Bewegungstherapien – in schwierigeren Fällen kann auch nur eine Operation zur Verbesserung der Beschwerden beitragen. Eine aufschlussreiche Diagnose stellen hier ausschließlich Orthopäden und verordnen die entsprechenden Maßnahmen. Wichtig ist, bereits bei Kindern und Jugendlichen auf eventuelle Haltungsschäden und Signale zu achten, um so früh wie möglich den Beschwerden im fortschreitenden Alter entgegenzuwirken. Um nur ein Beispiel zu nennen: Reiten ist durch das intensive Training der Bauch- und Rückenmuskulatur ein idealer Sport für eine starke und aufrechte Körperhaltung.

Lassen Sie sich persönlich beraten, welche Maßnahmen zur Verbesserung Ihrer Körperhaltung oder die Ihrer Kinder in Frage kommen. Ihre O-Prax Orthopädie-Praxis in Düsseldorf-Wersten und Düsseldorf Zentrum helfen Ihnen gerne weiter.

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