Arthrose, im Volksmund „Verschleiß“, und wie man sie behandelt.

Bei dem Begriff „Verschleiß“ denken die meisten Menschen unwillkürlich an Schonung, doch gerade Bewegung ist die beste Medizin gegen das schmerzhafte und steife Gefühl, das Arthrose mit sich bringt. Um zu wissen, wie man der Volkskrankheit vorbeugt, unter der in Deutschland jeder zweite bis dritte Mensch leidet, halten wir uns als erstes die Ursache von Arthrose vor Augen. Es geht um die elastische und dämpfende Knorpelschicht zwischen den Gelenken, die im Laufe eines Lebens aus unterschiedlichen Gründen immer dünner wird, bis Knochen ungeschützt aufeinander reiben und starke Beschwerden mit sich bringen. Die meisten Menschen leiden an Knie und Hüfte unter Arthrose.

Arthrose. Eine lange Geschichte.

Während bei Kindern noch eine ausreichend dicke und gesunde Knorpelschicht zwischen den Gelenken sitzt, wird diese mit der Zeit immer mehr beansprucht, sodass sich der Knorpel langsam zum Knochen umbaut, dadurch seine dämpfende Funktion verliert und der Gelenkspalt immer schmaler wird. Besonders beim Ausüben sogenannter Stop & Go Sportarten wie Fußball, Volleyball und Tennis wirken starke Kräfte auf Knorpel und Gelenke. Sollte es zu Sportverletzungen kommen, die nicht vollständig auskuriert werden, ist das ein zusätzlicher Faktor, der dem gesunden Knorpel auf Dauer schadet. Übergewicht und schweres Tragen belasten ebenfalls die Gelenke und unterstützen den sukzessiven Abbau des Stützgewebes zwischen den Knochen.

Seltener, aber sehr schmerzhaft. Arthrose im Kiefergelenk.

Wenn es im Kiefer knackt, das Öffnen des Mundes schmerzt und sich dieser Schmerz womöglich auf den Rücken, Kopf, Nacken und Schultern ausdehnt, kann es sich um eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) handeln. Diese Fehlregulation des Kauapparates verursacht unangenehme Symptome und kann Arthrose begünstigen. Eine weitere Disposition, die Arthrose verursachen kann, ist die sogenannte Atlasfehlrotation. Der 1. Halswirbel unter dem Schädel, der Atlas, sitzt bei vielen Menschen in der falschen Position und bringt so den gesamten Bewegungsapparat in Disbalance. Eine schmerzhafte Kettenreaktion entsteht, bei der einzelne Knochen und Gelenke verschleißen können.

Gelenkschonendes Training und Muskelaufbau. Das hilft!

Knorpel ist ein sehr biegeelastisches Gewebe, das der Mensch besonders dann zu schätzen lernt, wenn es sich mit dem Älterwerden zurückbildet. Das passiert mehr oder weniger bei nahezu allen Menschen, aber dennoch lässt sich Arthrose durch entsprechende Sportmaßnahmen aufhalten. Bei einem gezielten Training und dem Wechsel aus Belastung und Entlastung werden Muskeln aufgebaut, die Gelenke wie ein Korsett stützen und dem Knorpel die Arbeit erleichtern. Wichtig dabei: nicht übertreiben! Gerade Sportanfänger sollten behutsam einsteigen, ihre Trainingseinheiten grundsätzlich langsam steigern und immer einen Tag Pause machen, damit sich die Gelenke vom Training erholen können. Wer es schafft, jeden zweiten Tag Sport zu treiben, ist schon ganz weit vorn in der Arthrose-Prävention. Aber Vorsicht: sich mit Übergewicht direkt in ein Jogging-Programm zu stürzen, ist eine zu starke Belastung für die Gelenke und eher kontraproduktiv. Die schonende und ebenso effektive Alternative ist schnelles Gehen wie Nordic Walken, Fahrradfahren oder Schwimmen. Im Anschluss an das Bewegungstraining verhilft eine Einheit Krafttraining zu einem gezielten Muskelaufbau. Mit klassischen Kniebeugen zum Beispiel trainiert man gleichzeitig mehrere Muskelgruppen und kann unter anderem die Funktion der Kniegelenke unterstützen. Auch hier gilt: nach Anspannung sollte Entspannung folgen. Das geht ganz einfach, indem man sich kurz Zeit für Dehnungsübungen nimmt. Liegt der Fokus auf den Knien, empfiehlt es sich, jedes Training mit folgender Übung abzuschließen: Setzen Sie sich auf einen Tisch, sodass die Oberschenkel komplett auf der Tischplatte ruhen und die Tischkante kurz vor der Kniebeuge sitzt. Lassen Sie Ihre Wadenbeine nun vorsichtig und langsam ohne großen Schwung baumeln, sodass sich die Gelenke wieder sanft voneinander wegbewegen können.

Typisch und häufig: Arthrose im Knie und an der Hüfte.

Mit einem gezielten Training lässt sich selbst eine vorhandene Arthrose noch aufhalten und Schmerzen nachhaltig lindern. Wichtig ist, dass der Sport zur individuellen Konstitution passt, damit er effektiv und gelenkschonend von statten geht. Fragen Sie Ihre Orthopäden, was sich am besten für Sie persönlich eignet. Gemeinsam finden Sie eine Sportart, die ihren Zweck erfüllt und dabei Spaß macht. Ein wichtiger Punkt, damit Sie motiviert und konsequent im Training bleiben.

Welche Therapie für welche Art von Arthrose?

Das Ziel einer Arthrose-Therapie sollte grundsätzlich die Vermeidung eines operativen Eingriffs sein. Mit einer individuell abgestimmten Physiotherapie, medikamentösen Behandlung, ACP-Injektionen ins Gelenk, homöopathischen oder Hyaloronsäure-Injektionen, aber auch Taping, Bandagen, Schienen und Orthesen oder Akupunktur lässt sich eine Arthrose behandeln und Schmerzen lindern.

Eine fortgeschrittene Arthrose am Knie oder an der Hüfte kann jedoch so weit gehen, dass z.B. eine Physiotherapie und gezielte Bewegung nicht mehr ausreichen, um schmerzfrei leben zu können. An dieser Stelle ist eine endoskopische, also minimal-invasive Operation zu empfehlen, die mit einer anschließenden Reha die gewünschte Beschwerdefreiheit ermöglicht.

Fazit für Menschen mit Arthrose: Auch wenn es sich um eine Volkskrankheit handelt, ist eine eingehende individuelle Diagnose erforderlich, um die bestmögliche Therapie zu ermitteln. Ein Facharzt für Orthopädie ist die erste Adresse für ein Leben in Bewegung ohne Schmerzen.

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